Funktionsanalyse und Funktionstherapie / Schienentherapie (Anti-Stress-Schiene)

"Was ist angenehmer?
– Ein Herzinfarkt, ein Magengeschwür oder kaputte Kiefergelenke?"

Unser Gebiss – und damit unser gesamtes stomatognathes System – d.h. die knöchernen Kieferanteile, die Kiefergelenke, die Muskulatur und die umgebenden Weichgewebe – sind ein Erfolgsorgan für Stress. 

Jeder von uns kennt die geflügelten Worte:

„Beiß’ mal die Zähne zusammen!“

oder

„Zähneknirschend“ nahm er/sie irgendetwas hin.

Das Problem des Stresses und der Stressbewältigung ist insbesondere in Ballungsgebieten, wie z.B. dem Rhein-Main-Gebiet und Oberursel am Taunus im Speziellen, wo jeder Tierfreund von nicht artgerechter Haltung sprechen würde, ein weit verbreitetes Phänomen, mit dem sich auch die Zahnheilkunde intensiv auseinanderzusetzen hat.

Natürlich können wir, als zahnärztlicher Behandler, keine Stressbewältigungstherapien anbieten, aber wir müssen um die Komplexität dieses Geschehens wissen und Ihnen diese aufzeigen. 

Kopfschmerzen, Verspannungsgefühle im Kopf-, Nacken-, Schulterbereich bis hin zu Veränderungen im Bereich der Körperstatik/Haltungsschäden können ihre Ursachen in diesen stressbedingten muskulären Verkrampfungen infolge Bruxismus (nächtliches Pressen und Knirschen) sowie Bruxomanie (unbewusstes Pressen und Knirschen im Wachzustand) haben, wie auch umgekehrt der stressbedingt höhere Muskeltonus des gesamten Körpers derartige Beschwerden auslösen kann.

Aufgabe des Zahnarztes ist es, nicht nur den stressbedingten Symptomen Beachtung zu schenken und Sie hierfür zu sensibilisieren, sondern auch auf Wechselbeziehungen zu achten, nämlich dass z.B. statische Probleme oder Haltungsschäden Auswirkungen auf funktionelle Probleme im Kiefer-, Kopf- und Gesichtsbereich haben können - und umgekehrt. 

Unabhängig davon gibt es natürlich auch Störungen im Bereich des Kauorgans, die ursächlich für Ihre Beschwerden im Kopfbereich sind. Hierzu gehören insbesondere Zahnfehlstellungen (sogenannte Dysgnathien, die im Normalfall bereits im Kindesalter über kieferorthopädische Maßnahmen therapiert werden), als auch fehlerhafter Zahnersatz durch Nichtbeachtung Ihrer individuellen funktionellen Parameter bei der Herstellung von Kronen, Brücken oder Prothesen, sowie zu hohe, störende Füllungen, die Veränderung der vertikalen Bisshöhe (d.h. des Abstandes der beiden Kiefer voneinander) sowie sehr häufig fehlerhaft angefertigte Frontzahnkronen. All’ diese „Irritationen“ können unterbewusst –  insbesondere bei Überlagerung durch Stress – als sogenannte „Trigger“ (reizauslösende Störfaktoren) fungieren.

Die unser Kausystem steuernden Nerven, deren Enden rund um jeden einzelnen Zahn angeordnet sind und einen Teil des sogenannten neuromuskolären Reflexbogens darstellen (das geordnete Zusammenspiel von Nerven, Kiefergelenken, Kieferknochen und Muskulatur) haben eine Tastempfindlichkeit von 1/100 mm. Diese Größe ist im funktionellen Bereich das Maß an dem sich eine gute restaurative Maßnahme zu orientieren hat.

Der häufig geäußerte Satz:

„Das beißt sich ein.“

ist ebenso unrichtig wie schädlich.

Bevor Sie eine Füllung, eine Krone oder einen Prothesenzahn „eingebissen haben“, haben sich Ihre Kiefergelenke, Ihre Kaumuskulatur und die betroffenen Zähne längst unangenehm bemerkbar gemacht. 

Wenn wir auch nicht für eine Veränderung Ihrer Stressbelastung sorgen können, so tragen wir Zahnärzte aber in jedem Fall die Verantwortung dafür, Ihnen mit unserer Arbeit nicht zusätzlichen Schaden durch fehlerhafte restaurative Maßnahmen, sei es nur eine Füllung oder gar eine umfassende prothetische Rehabilitation, zuzufügen. Auch können Sie von uns erwarten, dass wir derartige im Mund-Kieferbereich vorhandene Probleme erkennen und sie der richtigen Therapie zuführen. Nicht selten werden aber insbesondere sporadisch und mit angeblich nicht nachvollziehbarem Grund schmerzende Zähne (sogenannte ideopathische Schmerzen) fehldiagnostiziert und falsch therapiert – bis hin zum Zahnverlust. 

Bereits auf unserem Anamnesebogen finden Sie in der speziellen Anamnese zahlreiche Fragen zu diesem Themenkomplex und im Bedarfsfall werden wir Ihnen zur weiteren Diagnostik entsprechende analytische Verfahren empfehlen.

Schienentherapie (Funktionsanalyse und Funktionstherapie)

Unabhängig davon, dass diese auch in der Vorbehandlungsphase und Diagnostik der bei Ihren in Ihrem Kauorgan festgestellten Problemen eingesetzt wird, ist die Schienentherapie im zahnärztlichen Bereich das Mittel der Wahl, um stressbedingte Symptomatik wie Kopfschmerzen, Zahnüberempfindlichkeit, etc. bis hin zur stressbedingten Migräne zu therapieren.

Hierbei wird nach entsprechender umfangreicher funktionsanalytischer Diagnostik eine individuelle, möglichst grazil gestaltete Kunststoffschiene angefertigt, die insbesondere nachts getragen wird, um die in den Traumphasen auftretenden Press- und Knirschattacken zu verhindern bzw. zu mildern. 

Die Aufbissschiene –  die Sie selbst einfach einsetzen und herausnehmen können – sorgt dafür, dass Ihre Kiefergelenke beidseitig mit zentrierten Gelenkköpfen in der Gelenkpfanne stehen und alle Zähne absolut gleichzeitig Kontakt miteinander haben, so dass sich beim Pressen oder Knirschen die immensen auftretenden Kräfte, die wesentlich höher sind, als beispielsweise beim Kauvorgang, gleichmäßig auf alle Zähne übertragen und somit einzelne Zahn- oder Kieferbereiche vor Überbelastung geschützt werden.

Die aufgetretenen Beschwerden verlieren sich so zumeist innerhalb kurzer Zeit.

Wenn Sie derartige oder ähnliche Probleme haben oder vermuten, lassen Sie sich von uns zur Funktionsanalyse und Funktionstherapie / Schienentherapie in unserer Zahnarztpraxis in Oberursel beraten.