Wissenswertes, Wichtige Informationen für unsere Patienten

DATENSCHUTZ

„Der Schutz Ihrer persönlichen Daten – für uns keine leere Worthülse.“

Entgegen dem häufig nur pseudomäßig praktizierten Datenschutz, ist für uns der verantwortungsvolle Umgang mit Ihren persönlichen Daten eine absolute und ernst zu nehmende Verpflichtung, der wir gerne – auch gegen Widerstände – nachkommen.

Wir beschränken uns hierbei nicht nur auf die Sensibilisierung und Schulung unserer Mitarbeiter, sondern nehmen auch den Datenschutz zwischen den beiden Praxen der Praxisgemeinschaft sehr ernst. Dies bedeutet, z.B. dass selbst im Vertretungsfall innerhalb der Praxisgemeinschaft nur bei Vorliegen Ihrer ausdrücklichen Einverständniserklärung auf Ihre Daten zugegriffen werden darf. Auch die Auskunft hinsichtlich angeforderter Unterlagen, gleich, ob von Kollegen oder Ihrer Versicherung, erfolgt nur mit Ihrer ausdrücklichen Genehmigung – und – nie über das Internet.

Konsequenterweise ist unsere Praxis-EDV auf dem sich die individuellen medizinischen Daten unserer Patienten befinden nicht an das Internet angeschlossen. Somit ist ein Zugriff über das Netz auf Ihre Daten unmöglich und ein Zugang für Unbefugte absolut ausgeschlossen

Entgegen des allgemeinen mainstreams, immer mehr Daten und Informationen elektronisch zu kommunizieren, sind wir nicht bereit, uns diesen Vorgaben und Anforderungen anzuschließen bzw. zu beugen. Das Ziel, mittels elektronischer Patientenkarte, dem Datentransfer zu Abrechnungszwecken und elektronischem interdisziplinären Informationsaustausch, den „gläsernen Patienten“ zu schaffen wird von uns nicht unterstützt oder mitgetragen.

So soll ab 01.07.2015 – für den Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung – die Übermittlung der bei unseren Patienten im vergangenen Quartal erbrachten Leistungen ausschließlich via Internet an die kassenzahnärztliche Vereinigung erfolgen.

Es ist uns erfolgreich gelungen, uns dieser unsinnigen Forderung zu widersetzen und so zu gewährleisten, dass für unsere Patienten sichergestellt ist, dass ihre medizinischen Daten für Unbefugte via Internet nicht zugänglich sind.

Internet heißt „Netz“ und ein Netz hat viele Löcher…

Diese Löcher schließen zu können ist, wie sich immer mehr ins Bewusstsein der Nutzer drängt, kaum noch möglich.

Der Schaden, verursacht durch Datenklau und unautorisierten Datenzugriff, beläuft sich auf mittlerweile mehrere 100 Milliarden Euro pro Jahr und die Problematik des sicheren Datentransfers via Internet sowie der Schutz vor unautorisiertem Rechner-Zugriff ist kaum noch zu beherrschen.

Somit bleibt es bei meiner von Überzeugung geprägten Haltung, weder den Praxiscomputer mit Ihren Daten ans Internet anzuschließen, noch Ihre Daten via Internet zu versenden und damit fremden Unbefugten die Chance zu geben, sich diese zugänglich zu machen und missbräuchlich zu nutzen.

Auch wenn die Konfrontation mit übergeordneten Gremien, Zeit und zusätzlichen finanziellen Aufwand meinerseits bedeutet, ist es mir wichtig, dass Sie darauf vertrauen können, dass Ihre medizinischen und persönlichen Daten bei uns in sicheren und verantwortungsvollen Händen sind.

 

Handschuhe bei der zahnärztlichen Behandlung

Hinsichtlich der Auffassung zur Verwendung unsteriler Handschuhe bei der zahnärztlichen Behandlung, gehen die Meinungen nach wie vor auseinander.

Es ist uns ein Bedürfnis, mit der nachfolgenden differenzierten Betrachtungsweise Fehlvorstellungen zu relativieren bzw. zu korrigieren.

Nach über 35jähriger Tätigkeit mit Schwerpunkt im Bereich der Oralchirurgie weiß ich sehr wohl um die Wichtigkeit und Problematik von Hygiene, Sterilität und den Aufwand zur Vermeidung von Infektionsgefahren für unsere Patienten.

Dies bedingt in allererster Linie eine lückenlose Hygiene, Desinfektion und Sterilität, die alle meine Mitarbeiter und ich – insbesondere durch die umfangreiche chirurgische Tätigkeit – absolut verinnerlicht haben und konsequent praktizieren. Das ist sicherlich auch der Grund dafür, dass wir in unserer Praxis weder postoperative Komplikationen beobachten, noch hierzu Antibiotika verordnen müssen.

Gepflegte Hände, kurz geschnittene Fingernägel, kein Nagellack oder ähnliches, kein Schmuck, Kleidung mit halbem Arm etc. und die konsequente und richtige Verwendung von Desinfektionsmitteln sind ein Garant für den Patienten, nicht mit krankheitserregenden Keimen kontaminiert zu werden.

Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass das Überstreifen unsteriler Handschuhe, von denen keiner weiß, wo diese hergestellt oder zwischengelagert wurden, die o.g. Maßnahmen zum Wohle des Patienten ersetzen könnte oder gar einen besseren Schutz darstellt.

Eingeführt wurden die Handschuhe eigentlich zum Schutze des Behandlers und des Personals – nicht etwa zum Schutz des Patienten. Ich selbst und meine Mitarbeiter erachten es für wichtiger, die Infektionswege zu kennen und höchstmögliche Sicherheit im Bereich der Sterilisation, Hygiene und Händedesinfektion zur Maxime zu machen. Oder haben Sie jemals gesehen, dass irgendwo ein Behandler oder Mitarbeiter den übergestreiften, unsterilen Handschuh desinfiziert?

Unabhängig davon gibt es selbstverständlich zahlreiche Tätigkeiten, für die in unserer Praxis standardmäßig ausnahmslos Handschuhe getragen werden. Zur Anwendung kommen bei uns dann allerdings sterile Einmalhandschuhe, die nicht nur den entsprechenden hygienischen Anforderungen entsprechen sondern darüber hinaus aufgrund ihrer exzellenten Passform dem Behandler und den Mitarbeitern das für die meisten Arbeiten benötigte feine Tastgefühl erhalten. Das ist nämlich bei den hier zur Diskussion stehenden standardmäßig verwendeten unsterilen Einmalhandschuhen – aus Kostengründen – nicht der Fall.

Auf Wunsch behandeln wir selbstverständlich auch immer unter Verwendung von Handschuhen.

 

Behandlung von Patienten unter/nach Bisphosphonattherapie

Unter Bisphosphonaten (BP) versteht man eine Medikamentengruppe, die seit Jahren zur Behandlung von Osteoporose, Knochenmetastasen bei malignen Grunderkrankungen oder anderen Stoffwechselerkrankungen des Knochens eingesetzt wird.

Sie werden nach oraler oder intravenöser Verabreichung im Knochen chemisch gebunden und bewirken dort die gewünschte Hemmung des Knochenabbaus. Diese Wirkung kann über Monate und Jahre anhalten.

Obwohl das Nebenwirkungsprofil als günstig beschrieben wird, wurden in den letzten Jahren zunehmend Kiefernekrosen unter und nach Bisphosphonat-Medikation beobachtet. Der Entstehungsmechanismus dieser Nekrosen ist noch weitestgehend ungeklärt. Für die Entstehung einer solchen Knochennekrose ist die Infektion freiliegenden Knochens -wie z.B. nach der Extraktion eines Zahnes oder im Zusammenhang mit einer ausgeprägten Prothesendruckstelle- durch Keime der Mundhöhle ursächlich.

Das Risiko eine solche Bisphosphonat-assoziierte-Kiefernekrose zu entwickeln ist allerdings keineswegs bei jedem Patienten unter bzw. nach Bisphosphonat-Therapie gleich.

Es gibt diverse Kriterien, nach denen für den jeweiligen Patienten ein individuelles Risikoprofil erstellt werden kann und muss. Dieses beinhaltet vor allem die Art der Verabreichung der Bisphosphonate und ihre Dosis sowie die Dauer, Medikamententyp und die Erkrankung, die der BP-Medikation zugrunde liegt. Dabei scheint eine über einen längeren Zeitraum intravenös verabreichte und hoch dosierte BP-Gabe bei maligner Grunderkrankung das ungünstigste Risikoprofil darzustellen.

Welche Aufgaben und Probleme ergeben sich daraus für die behandelnden Ärzte?

Da diese je nach Risikoprofil nur extrem schwierig zu beherrschenden Kiefernekrosen vor allem im Zusammenhang mit erfolgten zahnärztlichen/kieferchirurgischen Eingriffen aufgetreten sind, kommt dem behandelnden Zahnarzt eine Schlüsselrolle bei der Prophylaxe beziehungsweise in der Prävention und Früherkennung vor bzw. in der Behandlung bei und nach BP-Therapie zu. Als mögliche Keimeintrittspforten und somit Infektionsquellen gelten insbesondere Extraktionswunden, perforierende Schleimhautwunden (z.B. Prothesendruckstellen) oder Entzündungen des Zahnhalteapparates.

Unabhängig davon, obliegt es dem behandelnden Facharzt des Patienten eine indizierte Bisphosphonat-Therapie kritisch abzuwägen und bei unerlässlicher Notwendigkeit in Kooperation und konsiliarischem Gespräch mit dem Zahnarzt den Beginn der Behandlung sorgfältig zu planen. Hierbei gelten – für die erforderliche Therapie im Bereich der Mundhöhle – die gleichen Kriterien wie bei einer notwendigerweise geplanten Radiatio oder Chemotherapie.

Wenn möglich sind alle bestehenden oder sich absehbar entwickelnden Herde im Sinne der dentogenen Herderkrankung sowie alle chronischen oder akuten Entzündungsgeschehen vor Behandlungsbeginn dauerhaft zu therapieren.

Die Gebisssanierung im weitesten Sinne sollte – wenn möglich vor Behandlungsbeginn mit Bisphosphonaten abgeschlossen sein um spätere deutlich kompliziertere und risikobehaftete Behandlungsnotwendigkeiten zu vermeiden.

Zudem stellt die entsprechende Mundhygieneoptimierung sowie eine Sensibilisierung und Aufklärung der betroffenen Patienten für die BP-Problematik eine wichtige Säule zur Vermeidung von späteren Komplikationen dar.

Sofern insbesondere kein rein festsitzender Zahnersatz mehr eingegliedert werden kann (Implantationen sind allenfalls unter strenger Indikationsstellung und bei geeignetem Risikoprofil des Patienten möglich) sollte darauf geachtet werden, durch entsprechend aufwändige und sorgfältige Abdrucktechniken sowie optimale Herstellung der gingival gelagerten Prothesensättel Druckstellen unbedingt zu vermeiden. Regelmäßige Nachsorge inklusive turnusmäßiger Unterfütterungen zur Optimierung der Sattelpassung sind ebenso Bestandteile der zahnärztlichen Betreuung des Patienten wie seine Sensibilisierung auf eventuell auftretende Veränderungen sofort zu reagieren.

Besteht bei/nach BP-Therapie dennoch zahnärztlicher Behandlungsbedarf, so sollten die entsprechenden Maßnahmen ausschließlich von einem erfahrenen Oralchirurgen/Kieferchirurgen in engerer Absprache mit dem behandelnden Facharzt durchgeführt werden.

Das individuelle Risikoprofil korrekt und umfassend zu erstellen kommt hierbei noch größere Bedeutung zu, wobei – ausgehend von der vorliegenden Grunderkrankung und dem aktuellen Allgemeinzustand des Patienten – in interdisziplinärer Absprache aller beteiligten Fachärzte eine sorgfältige Therapieplanung zu erfolgen hat.

Diese sollte schriftlich fixiert und mit dem Patienten vor Behandlungsbeginn eingehend besprochen werden, wobei  auch mit den gesetzlichen Krankenkassen der Therapieumfang und die sich ggf. notwendigerweise ergebenden Mehrkosten abzuklären sind. Die erforderliche oralchirurgische Intervention hat – als Infektionsprophylaxe – immer unter antibiotischer Abdeckung zu erfolgen und zwar – nach unserer Erfahrung – bis zum sichergestellten definitiven Wundverschluss. Der Eingriff hat so minimalinvasiv wie möglich zu erfolgen um den in seiner Regenerationsfähigkeit eingeschränkten Knochen so gering wie möglich zu belasten.

Immer sollte eine primäre Wundheilung angestrebt werden, die zumeist nur mittels einer plastischen Deckung des Operationsgebietes möglich ist.

Die sorgfältig geplante Operation mit möglichst atraumatischem und minimalinvasivem Vorgehen in Kombination mit mikrochirurgischer Nahttechnik unter Verwendung möglichst monofilen Nahtmaterials, entsprechende Sensibilisierung des Patienten, geeignete – auch hinsichtlich Dosierung und Dauer – Antiobiose sowie engmaschige Nachsorge ermöglichen – nach unserer Erfahrung – eine aussichtsreiche Behandlung mit überschaubarem Risiko auch in der ambulanten Praxis.